
Für die EZB rechnete der Markt mit einer Zinsanhebung. Die Inflationsrate hat sich im August in der Eurozone beschleunigt, von 2.9 auf 3.3 Prozent. Dies liegt zwar auch zu einem guten Teil an der Entwicklung der Energiepreise, aber die EZB orientiert sich nicht offiziell an der Kernrate, sondern an der Entwicklung des gesamten Indexes der Verbraucherpreise. Die Entwicklung an den Devisenmärkten dürften von den Aussichten für die Geldpolitik geprägt bleiben. Die schwankenden Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung der Fed im September dürften ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung des US-Dollar bleiben. Dieser könnte sich erholen, wenn sich die Stimmen für eine Zinserhöhung mehren.
Für die höheren Preise bei Aluminium, Kupfer und Zink spielten in den letzten zwei Wochen nicht nur makroökonomische Aspekte, sondern auch marktspezifische Faktoren eine Rolle. Dies betrifft die Lagerbestände an der LME und auch an der SHFE. Bei Aluminium fiel der LME-Lagerbestand seit Jahresanfang von 509’250 auf 244’525 Tonnen und hat sich mehr als halbiert. Bei Kupfer stiegen zwar die Vorräte im gleichen Zeitraum von 145’325 auf 235’825 Tonnen, aber im April lagen sie noch bei 402'625 Tonnen.
Energiepreise belasten die ganze Lieferkette
Die Preise für Erdgas und Strom sind in ganz Europa angestiegen. Grund dafür sind die angespannte Lage auf dem Gasmarkt, niedrigere Lagerbestände und anhaltende Sorgen um die Energieversorgung in Europa. Zusätzlich führen die markant höheren Dieselpreise zu teureren Frachtkosten, einerseits von den Werken zu uns und andererseits von uns zu unseren Kunden. Diese Kostensteigerungen schlagen sich in den Herstell- und Logistik-Kosten unserer gesamten Lieferkette nieder. Wir kommen nicht darum herum, einen möglichst bescheidenen Anteil dieser Mehrkosten im Markt zu überwälzen.